Sterben für die Kunst: Rote Fragmente (2017)

26.10.2017

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Über diese Geschichte

Ich habe Menschen kennengelernt, die sich konsequent missverstanden fühlen. Manche davon sind Künstlerinnen und Künstler, aber bei denen wundert es mich nicht weiter. Viele Künstlerinnen und Künstler fühlen sich durch ihr Bedürfnis, verstanden zu werden, überhaupt erst angetrieben, und da Kunst nie abgeschlossen sein darf und kann - eine Eigenschaft, die sie mit Philosophie gemeinsam hat -, ist es wenig erstaunlich, dass einige ihrer Inkarnationen auf Verständnislosigkeit treffen. Viel interessanter - und gleichzeitig dezent abstoßend - finde ich Personen, die sich, heimlich oder zugegebenermaßen, für etwas derart Besonderes halten, dass sie davon ausgehen, alle, die ihre Sonderhaftigkeit nicht erkennen oder ihnen unangenehme Charaktereigenschaften zusprechen, müssen ganz einfach unfähig sein, sie zu verstehen. Die Ursache der Abneigung ihnen gegenüber könne ihrer Ansicht nach nicht darin begraben liegen, dass sie unangenehme Zeitgenossen sind oder über ein fragwürdiges Selbstbild verfügen. Ihre Genialität und Einzigartigkeit würden schlichtweg nicht anerkannt; so muss es sein, so wird es bleiben.

Die meisten solcher Menschen haben gar nichts Besonders zu bieten. Sie sind oft dumm und nur deshalb davon überzeugt, klüger als andere zu sein. Sie haben oft nichts Spezielles erlebt bisher und auch nichts weiter Spezielles vor, glauben aber, alles, was sie tun, ist per se speziell.

"Sterben für die Kunst" entstand, als ich mir Gedanken darüber gemacht habe, warum so viele Menschen sich so oft missverstanden fühlen, in welchen Fällen sie recht haben und in welchen nicht. "Rote Fragmente" war ein alternativer Titel, der letztendlich zum Untertitel wurde. Möglicherweise sind diese "Fragmente" die ersten einer Reihe. Möglicherweise nicht.

All Hallows Eve rückt näher.